Die Berliner Wasserbetriebe sind Deutschlands größter integrierter Wasserver- und Abwasserentsorger und mit über 4.800 Beschäftigten auch einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadtregion. Jährlich starten etwa 80 Auszubildende und Dual-Studierende im Unternehmen, hinzu kommen zwölf Personen über die EQ. „Unsere Einstiegsqualifizierung richtet sich an Jugendliche mit schwierigen Bildungsbiografien, die so ohne Weiteres keinen Ausbildungsplatz erhalten würden: sei es wegen schlechter Noten, hoher Fehlzeiten oder aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse“, so Amine ElAryf, Ausbilder und zuständig für das Förderprogramm bei den Berliner Wasserbetrieben. Das Praktikum kann dir also helfen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten – auch wenn dir dafür der Schulabschluss fehlt.
Acht Monate dauert die Einstiegsqualifizierung bei den Berliner Wasserbetrieben. In dieser Zeit durchwanderst du verschiedene Abteilungen, erwirbst Grundlagenkenntnisse und erlernst spezielle Tätigkeiten. So findest du heraus, ob du später eher im technischen oder im kaufmännischen Bereich arbeiten willst. „Das Praktikum dient der Berufsorientierung. Da wir die Einsatzbereiche recht flexibel gestalten können, landet bestenfalls jeder dort, wo seine Interessen und Stärken liegen“, so Amine ElAryf. Jeden Montag wird in kleinen Gruppen Mathe, Deutsch, Physik, Chemie und Wirtschaft unterrichtet. „Hier geht es vor allem darum, die Ausbildungsreife herzustellen und die Jugendlichen fit für den Ausbildungsstart im September zu machen“, so Leonard Böhm.
Eine Einstiegsqualifizierung lohnt sich definitiv. Du erhöhst nicht nur deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz, sondern bekommst während des Praktikums sogar Gehalt: und zwar rund 270 Euro im Monat. Bei den Berliner Wasserbetrieben gibt es jedes Jahr zwölf freie Plätze für interessierte Jugendliche. Die Chancen stehen gut: Wer sein Bestes gibt und sich beweist, bekommt am Ende eine Ausbildung im Unternehmen. „In den letzten Jahren wurden stets mehr als die Hälfte der Teilnehmenden in eine Ausbildung übernommen“, so Amine ElAryf. Vielleicht ist eine Einstiegsqualifizierung ja auch was für dich?
Du musst mindestens die erweiterte Berufsbildungsreife (EBBR), eine Arbeitserlaubnis und das Sprachniveau B2 besitzen. Vor allem aber solltest du Lust haben, in der Energie- und Wasserwirtschaft einzusteigen: egal ob im kaufmännischen oder technischen Bereich. Wenn das zutrifft, kannst du dich in der Zeit vom 1. August bis 31. Oktober mit einem Motivationsschreiben plus Lebenslauf, Zeugnissen und Praktika-Nachweisen direkt per Mail (Praktikanten@bwb.de) bei den Berliner Wasserbetrieben bewerben. Das Praktikum startet generell zum Jahresbeginn und endet im August.
Wer von den Berliner Wasserbetrieben für die Einstiegsqualifizierung ausgewählt wird, startet mit zwei Wochen Probe- und Kennlernzeit ins Praktikum. Diese Phase dient der sogenannten Kompetenzfeststellung. Hier gibt es neben kleinen Mathe- und Deutschtests viele verschiedene, spielerische Übungen, in denen geschaut wird, wie teamfähig, eigenständig oder kreativ du bist. Funktioniert die Dynamik in der Gruppe? Gibt es besondere Bedarfe? Daran orientieren sich dann später auch die Unterrichtsinhalte. Wer in diesen zwei Wochen pünktlich erscheint und sich bestmöglich beteiligt, bekommt sein GO für die Einstiegsqualifizierung.
Du hast noch keinen Ausbildungsplatz besitzt aber handwerkliches Geschick, bist motiviert, verlässlich und ein Teamplayer? Dann ist die Einstiegsqualifizierung eine gute Möglichkeit, ins Arbeitsleben zu starten. Der Vorteil: Du kannst dir ein Bild von deinem zukünftigen Beruf machen und lernst Kolleg:innen schon mal kennen. Außerdem kannst du deinem zukünftigen Arbeitgeber beweisen, was du wirklich auf dem Kasten hast.