# Guide Ratgeber 19.08.2025

Ausbildung oder duales Studium – welcher Einstieg passt zu dir?

Es gibt verschiedene Wege, um ins Arbeitsleben einzusteigen. Hier erfährst du, worin sich eine Ausbildung und ein duales Studium unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie haben.
Zwei Personen in Arbeitskleidung in der Ausbildung und gelben Schutzhelmen stehen vor Strommasten; eine Person zeigt in die Ferne. A HIP A HUB STOCK / Shutterstock.com
Schule fertig und jetzt? Studieren oder lieber eine Ausbildung machen? Keine leichte Entscheidung. Doch es gibt ein paar Kriterien, die bei der Berufsorientierung und Entscheidungsfindung helfen können. Fakt ist: Nicht nur dein Schulabschluss und die Noten zählen. Auch deine Interessen und individuellen Fähigkeiten spielen bei der Wahl eine Rolle.

Ausbildung vs. duales Studium: zwei Ausbildungswege im Überblick

Bei der Berufsausbildung erlernst du alle praktischen Fähigkeiten des Jobs direkt im Betrieb. Ergänzend dazu hast du Unterricht in der Berufsschule. Die Ausbildung dauert zwei bis dreieinhalb Jahre. Am Ende hast du einen anerkannten Berufsabschluss in der Tasche und kannst direkt ins Arbeitsleben starten.  In Deutschland gibt es derzeit 324 Ausbildungsberufe. Beliebte Jobs in der Energiebranche sind beispielsweise Umwelttechnolog:in, Elektroniker:innen, Anlagenmechaniker:innen sowie Industriekaufleute und Kaufleute für Büromanagement.

Beim dualen Studium wechselst du zwischen Hochschule und Unternehmen. Nach sechs bis acht Semestern schließt du mit dem Bachelor ab – und verfügst zudem über jede Menge praktische Arbeitserfahrung. Bei manchen Studiengängen ist zusätzlich sogar eine Berufsausbildung integriert. Relevante duale Studiengänge im Energiesektor sind etwa Informatik, Elektrotechnik, BWL oder Versorgungs- und Energiemanagement.

Mehrere sitzende Personen machen sich Notizen auf Klemmbrettern bei einer Veranstaltung oder Schulung. Der Fokus liegt auf den Händen mit Stiften und Unterlagen, der Hintergrund ist unscharf. Arbeitgeber schätzen die Praxiserfahrung bei Dualstudierenden
© Chinnapong / Shutterstock.com

Berufsorientierung: Auf deine Fähigkeiten und Vorlieben kommt's an

Arbeitest du gern mit den Händen oder lieber mit dem Kopf? Magst du es eher anschaulich als theoretisch? Lernst du gern strukturiert oder lieber selbstständig? Du weißt am besten, was dir gefällt und wo deine Stärken liegen – und die solltest du bei der Berufsorientierung bedenken. Außerdem hilft es, wenn man sich mal mit den Vorzügen der beiden Bildungswege vertraut macht. Hier findest du sie im Überblick:

Pros einer Ausbildung
Direkt durchstarten: Du startest sofort in die Arbeitswelt und sammelst praktische Erfahrung.
In kurzer Zeit zum Ziel: Nach zwei bis dreieinhalb Jahren kannst du voll in den Job einsteigen.
Einfacher Einstieg: Für eine Ausbildung reicht oft schon die erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR).
Praxis steht im Vordergrund: Du lernst direkt im Betrieb und kannst dein Wissen sofort anwenden.
Eigenes Geld verdienen: Du bekommst ein Ausbildungsgehalt und bist sozialversichert.
Weniger Prüfungsstress: Die Prüfungsanforderungen sind niedriger als bei einem Studium.
Viele Wege stehen offen: Die Ausbildung kann Basis für eine Weiterbildung oder ein späteres Studium sein.
Ein älterer Mann in blauer Arbeitsjacke erklärt oder bespricht etwas in einem Werkraum, mit drei jungen Männern, die an einem Tisch sitzen und Unterlagen vor sich haben. Die Berufsausbildung setzt auf praktische Fähigkeiten und Austausch zwischen Ausbilder und Auszubildenden.
© industryviews / Shutterstock.com
Pros duales Studium
Theorie trifft Praxis: Der Mix aus Theorie und Praxis ermöglicht dir, Berufserfahrung zu sammeln.
Gehalt inklusive: Du erhältst ein Gehalt, oft zahlen Unternehmen sogar die Studiengebühren.
Zwei Abschlüsse, ein Weg: Du kannst neben dem Bachelor oft auch einen Berufsabschluss erwerben.
Starke Jobchancen: Unternehmen übernehmen Dualstudierende gern. Du hast also gute Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten.
Klarer Ablauf, weniger Chaos: Ein duales Studium ist klar gegliedert, was effizientes Lernen erleichtert.

Studium oder Ausbildung? Unterschiede & Voraussetzungen 

Während für eine Ausbildung die erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) oder die mittlere Reife (MSA) reichen, brauchst du für ein Studium das Abitur oder die Fachhochschulreife. Bei der Ausbildung zählen vor allem praktische Fähigkeiten, im Studium musst du auch wissenschaftlich arbeiten und komplexe theoretische Inhalte verstehen. Eine Ausbildung ist eher klar strukturiert, es gibt feste Arbeitszeiten und betriebliche Vorgaben. Im Studium bereitest du dich eigenständig auf Prüfungen vor. Die Ausbildungsvergütung ist oft geringer als das Gehalt der Studierenden. Dafür zahlen Azubis keine Studiengebühren und steigen früh und schuldenfrei in den Beruf ein. Studierende dagegen zahlen Studiengebühren und müssen Miete sowie Lebenskosten oft selbst finanzieren – mitunter per Bafög. Dafür verdienen sie später dann meist mehr.

Eine Gruppe Jugendlicher arbeitet gemeinsam mit einem älteren Mann an einem Tisch an einem Solarmodul und einem kleinen Windrad. Windenergie und Solarpaneele sind Thema in der Berufsschule
© Juice Verve / Shutterstock.com

Lust auf Karriere in der Energiebranche?

Wofür auch immer du dich entscheidest: Gutes Timing zählt. Die betrieblichen Ausbildungen starten in der Regel im August oder September, in manchen Branchen auch im März oder April. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du dich bereits im letzten Schuljahr um deine Bewerbung kümmerst. Ob als Industriemechaniker:in, Kaufleute für Büromanagement oder Informationstechniker:in: Es gibt viele spannende Jobs in der Energie- und Wasserwirtschaft und verschiedene Weg dorthin. Los geht’s!

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